1950-59

Friedrich Stoltze d. J.: Leistungsschwimmer, Ruderer, Ingenieur und Demokrat

Der Erste Frankfurter Schwimmclub und der FRV, Teil 1

Der →Erste Frankfurter Schwimm Club ist wie der FRV weit und breit der erste seiner Art, auch wenn er 1891, also 26 Jahre nach dem Ruderverein gegründet wurde. Die beiden Wassersportvereine waren nicht nur Pioniere und Nachbarn, sondern sie hatten und haben auch einige Mitglieder gemeinsam. Zu den prominentesten zählen Friedrich Stoltze und Fritz Nicolai, von denen die beiden nächsten Blogeinträge handeln.

Friedrich Stoltze (der Enkel) ca. 1900 mit Radaddelchen

Friedrich Stoltze (der Enkel) ca. 1900 mit Radaddelchen (Quelle: EFSC)

Friedrich Stoltze, der am 11. Oktober 1869 geborenen Sohn des Dichters und Journalisten →Adolf Stoltze und Enkel des berühmten Frankfurter Dichters, Satirikers und Journalisten →Friedrich Stoltze, wird 1896 FRV-Mitglied (so Paul Elschner im Rudersport 1950). Er fährt zahlreiche Rennen für den FRV …

Phoenix von der Frankfurter Bootswerft Leux

Namenszug auf dem Riemen-Vierer Phoenix

Namenszug auf dem Riemen-Vierer Phoenix

Als Leihgabe besitzt der FRV den in Schindelbauweise erstellten Riemenvierer “Phoenix” von der Werft Leux. Im Innern ist das “geklinkerte” Boot noch gekennzeichnet mit der Originalmarke “Ferdinand Leux Bootbauerei Frankfurt a.M. Niederrad”. Das Boot müsste daher schon vor 1925 gebaut worden sein, als …

Anne Franks Großvater Mitglied um 1900, Vater im Streit mit Vorsitzendem von 1952

Jüdische Unterstützer und Aktive im FRV – Teil 3

Zweifache Verbindung zur Familie der berühmtesten Frankfurterin

Zweifache Verbindung zur Familie der berühmtesten Frankfurterin

Auch der Großvater der berühmtesten Frankfurterin gehört um 1900 zu den jüdischen Mitgliedern des FRV. Das Tagebuch der Anne Frank ist ein Weltbestseller, ihre Geschichte mit Exil und Versteck in Amsterdam sowie Tod im KZ kurz vor Kriegsende muss daher nicht erzählt werden. Dass der FRV zweifach in Beziehung zu ihrer Familie steht, ist hier relevanter. Dies auch, weil die Geschichte der Familie Frank im April 2015 Gegenstand des Lesefestes Frankfurt liest ein Buch sein wird.

Wie die Boote schneller wurden

Hebel, Gewicht und Stabilität

Zunächst rudert der Frankfurter Ruderverein von 1865 mit gemieteten Booten von der Werft Leux. Diese haben 3 Ruderplätze mit Doppelrudern. Zwei davon, Charlotte und Venus, werden 1866 auf Riemen mit Steuermann umgerüstet und daraufhin als „englische“ Boote bezeichnet.

Im April 1866 kommt das neue, von Leux für den FRV angefertigte sechsruderige Boot hinzu: Die Gig, die auch gesegelt werden kann und wie ein Seeschiff ein Steuerrad hat, ist aus Eichenholz, fast neun Meter lang und wiegt rund 250 kg. Der Blog 150 Jahre hat sie →hier bereits genauer beschrieben. All diese Boote sind so schwer, dass sie dauerhaft im Wasser liegen und nicht im Bootshaus gelagert werden. Sie sind sicher auch deutlich langsamer als heutige Boote. Die Physik der Ruderboote hat sich vor allem in den ersten fünf Jahrzehnten nach der Gründung noch stark entwickelt, wie ein Blick in die Vereinsgeschichte zeigt.

Boote am Bootshaus des FRV im Jahr 1874: zwei Vierer, ein Zwölfer, ein Kajak, ein Segelboot

Boote am Bootshaus des FRV im Jahr 1874: zwei Vierer, ein Zwölfer, ein Kajak, ein Segelboot (zum Vergrößern bitte anklicken)

Der aus seinen Stammlanden nach Österreich emigrierte Herzog von Nassau stiftet 1868 zwei holländische Dollenboote und wenige Monate später zeigt ein Besucher aus Rotterdam den FRV-Mitgliedern auch das damit mögliche „Scheeren“, also das Drehen der Ruderblätter außerhalb des Wassers.

Beton schützt nicht vor Schlamm

Auch das 1950 eingeweihte Bootshaus unter dem Brückenbogen ist nicht vor Hochwasser gefeit, wie hier im Februar 1970.

Auch das 1950 eingeweihte Bootshaus unter dem Brückenbogen ist nicht vor Hochwasser gefeit, wie hier im Februar 1970.

Immer wieder Hochwasser – Teil 2: unter dem Brückenbogen

Der 1950 eingeweihte Neubau des Bootshauses unter dem Brückenbogen auf der Maininsel wurde extra höher als die davor liegende östliche Maininsel gelegt und hat im unteren Geschoss massive Betonwände. Zwar ist das Wasser noch nie bis in das obere Geschoss mit Clubraum und Umkleideräumen gestiegen.

Aber lästig wird es schon noch alle paar Jahre. Am 24. Februar 1970 zum Beispiel verwandelt sich das untere Geschoss des Bootshauses in eine Schlammwüste, bei Wasserstand 5,02 Meter. Bis 27. Februar steigt dieser weiter auf 5,40 m. Die Gigboote überstehen das Hochwasser auf den unteren Lagern festgezurrt.