Tag Archive for Juden

Anne Franks Großvater Mitglied um 1900, Vater im Streit mit Vorsitzendem von 1952

Jüdische Unterstützer und Aktive im FRV – Teil 3

Zweifache Verbindung zur Familie der berühmtesten Frankfurterin

Zweifache Verbindung zur Familie der berühmtesten Frankfurterin

Auch der Großvater der berühmtesten Frankfurterin gehört um 1900 zu den jüdischen Mitgliedern des FRV. Das Tagebuch der Anne Frank ist ein Weltbestseller, ihre Geschichte mit Exil und Versteck in Amsterdam sowie Tod im KZ kurz vor Kriegsende muss daher nicht erzählt werden. Dass der FRV zweifach in Beziehung zu ihrer Familie steht, ist hier relevanter. Dies auch, weil die Geschichte der Familie Frank im April 2015 Gegenstand des Lesefestes Frankfurt liest ein Buch sein wird.

Düstere Jahre ab 1933 auch im Sport

Jüdische Unterstützer und Aktive im FRV – Teil 2

Nach Hitlers Machtübernahme im Januar und der Frankfurter Kommunalwahl am 12. März 1933, bei der die NSDAP 47,9 Prozent der abgegebenen Stimmen erhält, tritt der Frankfurter Oberbürgermeister jüdischer Herkunft →Ludwig Landmann zurück. Sein Nachfolger als OB wird NSDAP-Mitglied Friedrich Krebs. Dieser entlässt fristlos alle Beamten und Kommunalangestellten, die Mitglied in den Arbeiterparteien sind, und bereits am 28. März 1933 alle 81 Mitarbeiter jüdischen Glaubens, Anhänger der NSDAP erhalten diese Positionen. Das entsprechende „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ wird erst nachträglich am 7. April 1933 vom verstümmelten Reichstag verabschiedet und rasch auch im Rudersport angewendet.

Weltoffener Anfang: Rothschild, Speyer, Friedleben, Posen, Goldschmidt

Jüdische Unterstützer und Aktive im FRV – Teil 1

Die nachträglich etwa 1875 angelegte, vier Jahre geführte Liste enthält auch zahlreiche Namen englischer, französischer oder jüdischer Herkunft.

Die nachträglich etwa 1875 angelegte, vier Jahre geführte Liste enthält auch zahlreiche Namen englischer, französischer oder jüdischer Herkunft. (FRV-Archiv; Foto privat)

Zur Gründung 1865 ist der Frankfurter Ruderverein eine zwar von Kaufmannsstandesdünkel geprägte, aber weltoffene Veranstaltung. Schließlich ist der Rudersport durch englische Internate in Frankfurt und Offenbach an den Main gekommen. Die erste, bis 1879 geführte Liste verzeichnet zahlreiche FRV-Mitglieder mit französischen oder englischen Namen (vgl. Beispiele am Ende dieses Beitrags). Manchmal bleiben sie nur wenige Monate im Verein, meist ist ihr Aufenthalt in Frankfurt wohl auch nicht von Dauer. Unter den beigetreten Aktiven sind auch einige jüdischer Herkunft. Dies ist damals nicht selbstverständlich, werden doch in Frankfurt erst 1864 die letzten Einschränkungen der Rechte jüdischer Bürger aufgehoben, kann von voller Integration in der Stadt noch keine Rede sein.

Die nächsten drei Blogs berichten über „Jüdische Unterstützer und Aktive im FRV“, zunächst über einige bedeutende Personen aus der Anfangszeit des Vereins. In Teil 2 folgt die weitere Geschichte ab dem ersten Weltkrieg bis zum düstersten Kapitel deutscher Geschichte. Und Teil 3 zeigt Bezüge von Anne Franks Vater Otto und Großvater Michael zum Ruderverein bis in die 1950er Jahre.