Tag Archive for Mitglieder

Fritz Nicolai: Turmspringer, Akrobat und Spaßvogel

Der Erste Frankfurter Schwimm Club und der FRV – Teil 2

Fritz Nicolai ca. 1910, er trägt hier offensichtlich die Strandmütze des FRV (Quelle: Festschrift 75 Jahre EFSC 1891)

Fritz Nicolai ca. 1910, er trägt hier offensichtlich die Strandmütze des FRV (Quelle: Festschrift 75 Jahre EFSC 1891)

Auch Friedrich „Fritz“ Nicolai, geboren am 11. (Februar oder) Dezember 1879, ist wie der zehn Jahre ältere Friedrich Stoltze Mitglied des Ersten Frankfurter Schwimm Club 1891. FRV-Mitglied wurde er offenbar 1910, denn 1935 erhielt er die Ehrennadel für 25-jährige Mitgliedschaft. Nicolai wird 1906 in Paris Weltmeister im …

Friedrich Stoltze d. J.: Leistungsschwimmer, Ruderer, Ingenieur und Demokrat

Der Erste Frankfurter Schwimmclub und der FRV, Teil 1

Der →Erste Frankfurter Schwimm Club ist wie der FRV weit und breit der erste seiner Art, auch wenn er 1891, also 26 Jahre nach dem Ruderverein gegründet wurde. Die beiden Wassersportvereine waren nicht nur Pioniere und Nachbarn, sondern sie hatten und haben auch einige Mitglieder gemeinsam. Zu den prominentesten zählen Friedrich Stoltze und Fritz Nicolai, von denen die beiden nächsten Blogeinträge handeln.

Friedrich Stoltze (der Enkel) ca. 1900 mit Radaddelchen

Friedrich Stoltze (der Enkel) ca. 1900 mit Radaddelchen (Quelle: EFSC)

Friedrich Stoltze, der am 11. Oktober 1869 geborenen Sohn des Dichters und Journalisten →Adolf Stoltze und Enkel des berühmten Frankfurter Dichters, Satirikers und Journalisten →Friedrich Stoltze, wird 1896 FRV-Mitglied (so Paul Elschner im Rudersport 1950). Er fährt zahlreiche Rennen für den FRV …

Wiedergründung 1946: Mehr Kontinuität als Wandel?

Einladung zur Vorbesprechnung der ersten Mitgliederversammlung nach dem Zweiten Welkrieg (zum Vergrößern anklicken)

Einladung zur Vorbesprechung der ersten Mitgliederversammlung nach dem Zweiten Weltkrieg (zum Vergrößern anklicken)

Mit einfachsten Mitteln lädt der frühere stellvertretende Vorsitzende Kuno Woelcke (unterstützt von Paul Elschner) ein Jahr nach dem Kriegsende in Frankfurt im März 1946 zunächst zu einer Vorbesprechung der ersten Mitgliederversammlung ein: Der Brief ist ein mit Matrize abgezogenes DIN-A5-Blatt mit maschinengetipptem Absender und Adresse, gefaltet, mit Papierstreifen zusammengeklebt und …

Düstere Jahre ab 1933 auch im Sport

Jüdische Unterstützer und Aktive im FRV – Teil 2

Nach Hitlers Machtübernahme im Januar und der Frankfurter Kommunalwahl am 12. März 1933, bei der die NSDAP 47,9 Prozent der abgegebenen Stimmen erhält, tritt der Frankfurter Oberbürgermeister jüdischer Herkunft →Ludwig Landmann zurück. Sein Nachfolger als OB wird NSDAP-Mitglied Friedrich Krebs. Dieser entlässt fristlos alle Beamten und Kommunalangestellten, die Mitglied in den Arbeiterparteien sind, und bereits am 28. März 1933 alle 81 Mitarbeiter jüdischen Glaubens, Anhänger der NSDAP erhalten diese Positionen. Das entsprechende „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ wird erst nachträglich am 7. April 1933 vom verstümmelten Reichstag verabschiedet und rasch auch im Rudersport angewendet.

Weltoffener Anfang: Rothschild, Speyer, Friedleben, Posen, Goldschmidt

Jüdische Unterstützer und Aktive im FRV – Teil 1

Die nachträglich etwa 1875 angelegte, vier Jahre geführte Liste enthält auch zahlreiche Namen englischer, französischer oder jüdischer Herkunft.

Die nachträglich etwa 1875 angelegte, vier Jahre geführte Liste enthält auch zahlreiche Namen englischer, französischer oder jüdischer Herkunft. (FRV-Archiv; Foto privat)

Zur Gründung 1865 ist der Frankfurter Ruderverein eine zwar von Kaufmannsstandesdünkel geprägte, aber weltoffene Veranstaltung. Schließlich ist der Rudersport durch englische Internate in Frankfurt und Offenbach an den Main gekommen. Die erste, bis 1879 geführte Liste verzeichnet zahlreiche FRV-Mitglieder mit französischen oder englischen Namen (vgl. Beispiele am Ende dieses Beitrags). Manchmal bleiben sie nur wenige Monate im Verein, meist ist ihr Aufenthalt in Frankfurt wohl auch nicht von Dauer. Unter den beigetreten Aktiven sind auch einige jüdischer Herkunft. Dies ist damals nicht selbstverständlich, werden doch in Frankfurt erst 1864 die letzten Einschränkungen der Rechte jüdischer Bürger aufgehoben, kann von voller Integration in der Stadt noch keine Rede sein.

Die nächsten drei Blogs berichten über „Jüdische Unterstützer und Aktive im FRV“, zunächst über einige bedeutende Personen aus der Anfangszeit des Vereins. In Teil 2 folgt die weitere Geschichte ab dem ersten Weltkrieg bis zum düstersten Kapitel deutscher Geschichte. Und Teil 3 zeigt Bezüge von Anne Franks Vater Otto und Großvater Michael zum Ruderverein bis in die 1950er Jahre.

Das erste Foto vom Verein

17 Mitglieder und zwei Boote auf dem Bootsplatz 1869

Mitglieder auf dem Bootsplatz 1869

Mitglieder auf dem Bootsplatz 1869 (Bild anklicken für größere Darstellung)

Das erste Foto des Frankfurter Rudervereins entstand vermutlich im Jahr 1869, als das Bootshaus noch auf der Werft Leux stand. Zwar datiert es die Chronik 60 Jahre FRV auf 1866, das ist aber kaum möglich, denn im Hintergrund sieht man bereits den erst 1868 erbauten Eisernen Steg. Dieser erhielt 1871 gotische Türmchen an den Pfeilern, die hier noch nicht sichtbar sind.